Auftakt zur festlichen Wiedereröffnung der alten Pfarrkirche Sankt Laurentius
Ahrweiler. Es war ein würdiger Auftakt für einen noch würdigeren Anlass. Die drei Ahrweiler Schützengesellschaften gaben am Sonntag, 10. August 2025, dem Hochfest des heiligen Laurentius gleich zwei Bischöfen das Ehrengeleit. Vom Ahrtor bis zur Pfarrkirche zogen die Schützen mit Diözesanbischof Dr. Stephan Ackermann (Trier) und Bischof Dr. Helmut Dieser (Aachen, ehemals Kaplan in Ahrweiler)) zur Feier der Wiedereröffnung des Gotteshauses nach der rund vier Millionen teuren Renovierung nach der wohl größten Naturkatastrophe der Neuzeit im Ahrtal. Dies nach einer kurzen Begrüßung der Oberhirten durch Bürgerschützenkönig Dieter Zimmermann am Torbogen des Ahrtors.
Was dann folgte, berichtete tagesaktuell die deutschsprachige Ausgabe der „vaticannews“ in Kooperation mit der in Bonn angesiedelten Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Hier ein Blick in den Beitrag der „vaticannews“ unter dem Titel „Flut-Kirche im Ahrtal neu eröffnen:
„Mit einem bewegenden Gottesdienst ist die bei der Flutkatastrophe vor vier Jahren schwer beschädigte Laurentius-Kirche im rheinland-pfälzischen Ahrweiler feierlich wiedereröffnet worden. Bei der Ahrtalflut im Juli 2021 hatte das Hochwasser in der 1269 geweihten und damit ältesten gotischen Hallenkirche im Rheinland gut einen Meter hoch gestanden. „Sankt Laurentius ist auferstanden aus Ruinen“, beschrieb Pfarrer Jörg Meyrer seine Empfindungen. Er hatte noch in der Flutnacht als Seelsorger die Feuerwehr unterstützt. „Es rührt zu Tränen, weil ein großes Werk geschafft ist.“
Flutmarkierung am neuen Altar
In seiner Predigt betonte der Trierer Bischof Stephan Ackermann: „Dieses Kirchenschiff hat die Fluten der Zeit im wörtlichen wie im übertragenen Sinne überstanden – wenn auch nicht ohne Spuren und Blessuren. Deshalb kann dieser Raum mit seiner Schönheit und Festigkeit zugleich ein Ort sein, der Menschen aufnimmt, der Geborgenheit vermittelt, der tröstlich, ja vielleicht sogar heilend wirkt.“ Er verwies auch auf den neuen Altar mit zwei besonderen eingemeißelten Linien: Die eine zeigt, wie hoch das Wasser bei der Flut in der Kirche stand, die andere durchkreuzt die erste und symbolisiert eine Welle: „Ohne Wasser gibt es kein Leben, aber Wasser kann ebenso bedrohlich, ja todbringend sein.“
Reliquien von zwei Seligen
Bei dem Gottesdienst in der überfüllten Kirche wurden auch zwei nach der Flut gerettete Reliquien wieder in den Altar eingelassen. Sie stammen von zwei Menschen, die auch in Ahrweiler gelebt und Spuren hinterlassen haben: von dem 1985 seliggesprochenen Ordensmann Peter Friedhofen (1819-1860), Gründer der Barmherzigen Brüder von Trier, und von Ursulinen-Schwester Blandine Merten (1883-1918), die 1987 seliggesprochen wurde.
Bei der Flutkatastrophe kamen allein im Ahrtal 135 Menschen ums Leben. Die Überschwemmungen richteten zudem an insgesamt 59 kirchlichen Gebäuden im Bistum Trier Schäden an. Allein in der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler traf es fünf Kirchen und Kapellen.



